Tuesday, June 3, 2008

Künstlerischer Ausdruck




Schon seitdem die Menschen begannen, die Fähigkeit zu entwickeln, ihren Wünschen und Träumen eine Form zu geben, gehören Skulpturen und Statuen zum kulturellen Erbe aller Gesellschaftsformen. Ob Fruchtbarkeitssymbole oder Göttergestaltungen, alle diese Objekte spiegeln das tiefe Verständnis der Völker wider, ihre Wünsche und Vorstellungen anschaulich in dreidimensionale Kunstwerke zu verpacken. Die zu Anfang meist einfachen Skulpturen erhielten mit dem wachsenden Verständnis künstlerisch wertvollere Linien und Formen. Wollte man die Göttlichkeit der Beherrschenden ausdrücken, so erhielten diese Figuren in der Frühzeit absolut ideale Züge. Eine höhere Stellung erforderte einfach die Abgrenzung zu der niederen Kaste und somit den Abstand zur normalen Welt und die Nähe zu den Göttern. Viel später allerdings entwickelte sich der Anspruch – alle Modetrends eingeschlossen – individuelle und damit einzigartige natürliche Merkmale, in die Formgebung mit einzubeziehen. So wurden zwar die Pharaonen in ägyptischer Zeit mit falschem Bart und anderen Insignien der Macht und der Herrschaft ausgestattet, doch ihrem persönlichen Äußeren wurde zusätzlich eine bis dahin undenkbare Aufmerksamkeit geschenkt. Oft können wir uns heute nur aufgrund solcher „natürlichen“ Skulpturen ein klares Bild der damaligen Zeit machen. Den Künstlern sei gedankt. Für die Weiterentwicklung dieser Kunst war natürlich die Spezialisierung verschiedener Gewerke von entscheidender Bedeutung, denn nur der, wer frei ist von Zwängen der Nahrungsbeschaffung oder anderer Pflichten, kann sich dieser Ausdrucksform mit ganzem Herzen widmen. Nur so konnte sich die künstlerische Formgebung steigern. In der modernen Zeit wiederum ist eine Trendwende zu beobachten. Modern heißt abstrakt. Man greift auf die einfachsten Mittel der Geometrie zurück. Nur mit dem Einsatz von Grundfiguren wie Quadern und Kugeln erschafft der Künstler Skulpturen, die das absolut Wesentliche der Darstellung interpretieren sollen.


Artikel geschrieben von Bernhard Heß




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